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Themen & Projekte


6. März 2020

Magdalena und Johannes Hüsing
kümmern sich um viele Nistkästen


Martina Cordes und Gerhard Schultz von der BUND-
Kreisgruppe Emsland besuchten den Hof des Landwirts Norbert Hüsing in Emsbüren-Bernte und trafen sich dort mit seiner Nichte Magdalena und seinem Neffen Johannes am Wäldchen „Spiek“ an der Emsschleife. Den jungen Leuten steht dort ein Holzschuppen für ihre bemerkenswerten Vogelhäuschen-Aktivitäten zur Verfügung. Heute hatten sie fast 40 Nistkästen für Meisen nach gründlicher Reinigung wieder aufgehängt.



Die Kästen bestehen aus einem ausgehöhlten Birkenstamm und wurden vom Vater Martin Hüsing hergestellt. Unten kann man die Höhle zum Reinigen öffnen und oben befindet sich ein Teerpappedach. Meisen sind dafür bekannt, dass sie die Larven des Eichenprozessionsspinners an ihre Jungen verfüttern, solange die Larven noch klein sind und keine Brennhaare haben. In der Vergangenheit wurden einige Meisenlöcher von Spechten erweitert, so dass jetzt auch einige Kästen mit größerem Loch für Spechte bereitgestellt werden.

Magdalena und Johannes haben unsere Tipps interessiert aufgenommen und wollen bald auch Kästen für Rotkehlchen herstellen und aufhängen, zumal ein Rotkehlchen ihre Arbeit im Wäldchen ganz zutraulich begleitet hat. Im Holzschuppen hat sich eine Eule eingerichtet und dabei den Sitzplatz unter dem Vordach kräftig eingekotet. Also wurde ein Eulenkasten hergestellt, so dass das Tier dort einziehen konnte.

Zu ihren Nistkästen führen die beiden eine Tabelle, der man entnehmen kann, dass von 53 aufgehängten Kästen 37 besetzt wurden und 16 leer geblieben sind. Auf unseren Hinweis hin, dass Meisen nicht in der Nähe von anderen Meisen nisten, haben sie uns in ihrer Tabelle eine Reihe von Kästen gezeigt, die sie an dem Weg „Watergang“ im Wald der Reihe nach aufgehängt haben und an dem sich abwechselnd ein Kasten mit Nest und ein leerer Kasten befanden. Somit konnten sie unsere These bestätigen.

Als Anerkennung haben wir den beiden einige Fach­publikationen des BUND, einen Insektenatlas und den Wild­bienenatlas überreicht. Die beiden freuen sich sehr, dass wir ihnen auch eine einjährige Mitgliedschaft im BUND zukommen lassen wollen.

Meisenfoto: Karl Dichtler, pixelio.de


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15. September 2019

Sonntagsspaziergang auf dem Naturerlebnispfad in Wachendorf

Bei angenehmem Spätsommerwetter trafen sich etwa
20 interessierte Spaziergänger auf dem Parkplatz nahe der Ems bei Wachendorf bei Lingen. Nahezu alle sind mit dem Fahrrad angereist und starteten pünktlich um 15 Uhr den Pfad in umgekehrter Richtung.



Auf dem höher gelegenen Sandrücken ging es durch den Wachendorfer Wacholderhain, wo allerdings das Heidekraut bereits verblüht war, und im weiteren Verlauf etwas bergab ins frühere Urstromtal der Ems. Die Gruppe versammelte sich jeweils bei den aufgestellten Informationstafeln, um zusätzlich zu den ökologisch-biologischen Hinweisen auch auf die geografisch-morphologischen Besonderheiten aufmerksam gemacht zu werden. Direkt am Emsufer kann man sehr schön anhand der „Wachendorfer Terrassen“ die Urstromtäler erkennen, die sich in den vergangenen 12000 Jahren während der wechselnden Wärme- und Kältephasen ausgebildet haben.

Schon nach einer Stunde erreichten die Teilnehmer die nach umfangreicher Renovierung noch nicht eröffnete Gaststätte an der Ems (ehemals Krüssel), wo uns Nicole und Uwe Berger vom Kanucamp mit Getränken und Snacks erwarteten. Tragischerweise sind die Renovierungsarbeiten einen Tag später durch den Umsturz einer mächtigen Buche auf das Hausdach zum Teil zerstört worden.



Nach dem Aufenthalt vor der Gaststätte wurde der Spazier­gang mit dem Rundgang um den Wachendorfer See beendet. Hier wurde jedem klar, was es bedeutet, wenn nach einem zweiten trockenen und heißen Sommer der Grundwasser­spiegel um zwei Meter abgesunken ist.

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5. September 2019

Bericht von der BUND- Jahreshauptversammlung

Auf der Jahreshauptversammlung des Kreisgruppe Emsland berichtete der Vorstand über die vielfältigen Projekte und Aktionen des vergangenen Jahres. Vom Apfelfest in Papenburg und Versen über Workshops zu Terra Preta in Helte, Lingen und Rühle, von Nitratmessungen an Emszuflüssen, Informationständen zu Plastik und hormonellen Schadstoffen, Exkursionen zu den Stadtbäumen in Meppen, bedrohten Pflanzen und Tieren im Borkener Paradies, Libellen in Geeste bis hin zur Teilnahme an verschiedenen Demonstrationen zum Thema Klimaschutz und Atom. Auch auf kommende Aktionen, wie einen geführten Spaziergang auf dem Naturerlebnislehrpfad in Wachendorf, den Pflanzentauschmarkt in Lingen oder ein geplantes Naturschutzwochenende in Kooperation mit der HÖB in Papenburg im kommenden Frühjahr wurde hingewiesen.

Besonders freuten sich Mitglieder und Besucher über die Gastvorträge. Kaufmann und Landwirtschaftsmeister Johann Meyer aus Menslage war mit zwei FÖJ-lerinnen angereist und schilderte in einer Foto-Präsentation eindrucksvoll seine über 30-jährigen Erfahrungen aus der ökologischen Landwirtschaft. Im Laufe der Jahre ist auf seinem 25 ha großen Hof ein privates Naturschutzgebiet mit einer sehr großen ökologischen Vielfalt entstanden: mit altem Baumbestand, Wallhecken, Gehölzen, Streuobstwiesen, Auenrelikten, Überschwemmungsflächen, kleineren Gewässern, Steilwänden an der Hase, Trockenmauern und Wildkräutern. Viele besondere Wildtiere wie Amphibien, Eisvögel, Rohrweihen, Wildbienen, Hirschkäfer und weitere Insekten sowie alte Haustierrassen wie Diepholzer Gänse, schwalbenbäuchige Wollschweine und Altoldenburger Pferde finden hier ihren Lebensraum. Im Karlsgarten wachsen über 73 verschiedenen Gemüse- und Kräutersorten, das biologisch erzeugte Gemüse wird auf dem Meppener Wochenmarkt direkt vermarktet. Johann Meyer wies aber auch auf Schwierigkeiten mit der Akzeptanz in seiner dörflichen Umgebung hin und kritisierte die Verteilung der Agrarsubventionen, die hauptsächlich nach Größe der bewirtschafteten Fläche gezahlt werden und und nicht zugunsten der Förderung konkreter Umwelt- und Tierschutzleistungen. Er veranschaulichte Schäden durch den Einsatz von Glyphosat in der konventionellen Landwirtschaft. „Mein Wunsch ist es, dass die heranwachsende Generation es schafft, einen echten Strukturwandel herbeizuführen“, so Johann Meyers Worte zum Abschluss seines Vortrags.

Anschließend stellte Alexander Vent das im Februar gegründete Bündnis AgiEL (Atomkraftgegner*innen im Emsland) vor. Er berichtete über die bisherige Entwicklung des Bündnisses und machte anhand von Bildern und Zeitungsartikeln nachvollziehbar, warum die Anti-Atombewegung im Atom-Knotenpunkt Lingen mit den Atomkraftwerken, der Brennelementefabrik, einem Atommüllzwischenlager und den zahlreichen Atomtransporten besonders wichtig für den Widerstand gegen gegen die Atomindustrie in Deutschland und weltweit ist und rief alle interessierten Besucher auf, am 26.10.2019 an der Großdemonstration in Lingen teilzunehmen.

Zum Abschluss stellte Femke Gödeker die Klimagruppe Emsland vor, die sich im Mai 2019 gegründet hat. Zum globalen Klimastreiktag am 20. September seien gleich mehrere kreative Aktionen geplant.


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31. August 2019

Plastik – ein globales Problem

Die BUND-Kreisgruppe Emsland informierte am Stand in der Meppener Fußgängerzone über das Thema Kunststoffe und Mikroplastik. Kunststoffe sind ein globales Problem, das uns alle angeht. Kunststoffe finden sich heute weltweit im Boden, im Wasser und in der Luft.

Doch Müllstrudel im Meer und gigantische Abfallhalden sind nur die sichtbarsten Folgen der Plastikkrise. Wir nehmen Plastik mit der Nahrung auf, tragen Plastik als Kleidung am Körper und cremen uns mit Mikroplastik (in der Hautcreme) das Gesicht ein. Hinzu kommen die gesundheitlichen Folgen durch diverse Schadstoffe in Kunststoffen. Neben der Klimakrise und dem Artensterben ist die Bewältigung der Plastikkrise die dritte große ökologische Herausforderung dieses Jahrhunderts. Der BUND fordert einen Dreiklang für eine Wende in der Plastikkrise: Verbote von Schadstoffen und Mikroplastik sowie die Bekämpfung von Plastikmüll.



Die BUND-Kreisgruppe stellte an ihrem Stand den neuen Plastikatlas von BUND und Heinrich-Böll-Stiftung vor. Der Plastikatlas umreißt das Ausmaß und die Ursachen der Plastikkrise. Der Plastikatlas ist noch bei der Kreisgruppe erhältlich.

BUND und Heinrich-Böll-Stiftung fordern von der Politik wirksame Maßnahmen zur weltweiten Lösung der Plastikkrise, die vor allem auf eine Reduktion von Produktion und Konsum von Kunststoffen setzt. Neben Gesetzen zum Endverbrauch müssten jetzt insbesondere die Hersteller und die petrochemische Industrie als Hauptverursacher in die Pflicht genommen werden.


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10. August 2019

Entdeckungen im Borkener Paradies

BUND, NABU und Bürgerinitiative Exit233 veranstalteten eine Besichtigung des Naturschutzgebietes „Borkener Paradies“: Während der gut zweistündigen Wanderung wurden den 20 Teilnehmern die Besonderheiten der Fauna und Flora dieses einzigartigen Naturraumes vorgestellt.



Claus Alfes vom BUND berichtete Erstaunliches über seine langjährigen Kartierungsergebnisse zum Auftreten seltener Käferarten. So hat er an diesem Standort den stark gefährdeten, brutpflegebetreibenden Mondhornkäfer, der in Niedersachsen als ausgestorben galt, und weitere 28 z.T. seltene Dungkäferarten nachgewiesen. Außerdem kommt hier der bundesweit extrem seltene Behaarte Kurzflügler vor, ein Käfer, der in seiner Lebensweise auf das gleichzeitige Vorhandensein von Dungkäferpopulationen angewiesen ist. Darüber hinaus stellte Claus Alfes die Bedeutung von Totholz für die Entwicklung zahlreicher Insektenarten, wie z.B. dem Hirschkäfer, heraus.

Andeas Rakers vom NABU und Jürgen Zwoch von der BI Exit233 wiesen auf besondere Pflanzenarten des im Borkener Paradies großflächig vorhandenen Sandtrockenrasens hin. Sie konnten den Teilnehmern typische und seltene Vertreter dieses betont nährstoffarmen Biotops zeigen. So fanden sie Silbergras und die Rote-Liste-Arten Heide-Nelke und Ähriger Ehrenpreis. Dabei ist der Sandtrockenrasen nur ein Biotoptyp dieses Naturschutzgebietes, welches darüber hinaus besondere Waldbereiche (z.B. Hudewald) und Feuchtgebiete beherbergt. Alle Teilnehmer waren sich einig: Das Borkener Paradies ist ein wertvolles Kleinod des Emslandes!

In diesem Zusammenhang erläuterten Otto Quaing und Karsten Osmers von der BI Exit233 die zu erwartende zunehmende Belastung dieses Gebietes infolge des vorgesehenen vierstreifigen Ausbaus der in Sichtweite verlaufenden E 233. Zum einen rückt die Straße mit den geplanten neuen Fahrbahnen noch näher an das Naturschutzgebiet heran und zum anderen stellen die dann höheren Emissionen (Lärm, Licht, Luftschadstoffe incl. Stickstoffverbindungen) trotz der vorgesehenen und durchaus umfangreichen Kompensationsmaßnahmen ein ernst zu nehmendes Gefährdungspotential dar.


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28. Juli 2019

Kräuterführung im Karlsgarten

Der Karlsgarten in Menslage befindet sich auf dem Hof des Bio-Landwirts Johann Meyer. Hier wachsen über 70 Gemüse­sorten und 20 Obstbaumarten: Diese Pflanzen sind in einer Verordnung Karls des Großen aus dem Jahr 812 aufgelistet und sollten auf jedem seiner Hofgüter zu finden sein. Neben Erbsen, Möhren, Anis und Zuckermelonen gehören auch heute nahezu unbekannte Arten wie Pferde-Eppich, Kuhbohne, Krapp oder Zaunrübe dazu.



Christa Janzen, examinierte Kräuterexpertin, führte die BUND-Kreisgruppe und Gäste durchs Gelände und erklärte die Besonderheiten bestimmter Kräuter und Pflanzen. Viele waren zur Zeit Karls Heilmittel mit heute oft vergessener Wirkung für das geistige und körperliche Wohlbefinden der Menschen.

Anschließend gab es Kaffee, Tee und Kuchen unter den Bäumen auf dem Hofplatz.


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15. Juni 2019

„Bäume sterben langsam“

... betonte Landespfleger Jürgen Zwoch von der Baumschutz-Aktion Meppen vor der erbärmlich aussehenden Friedens­eiche in der Bahnhofstraße/Ecke Kolpingstraße. Durch die hier 2013 angefüllte Erde bekommt die Eiche am Stammfuß keine Luft mehr, die Belaubung ist schütter, einige Äste sind bereits aufgegeben worden (abgestorben) und der Baum stirbt langsam weiter. Vielleicht wäre die Friedenseiche noch zu retten, wenn umgehend die Erde von Hand vorsichtig entfernt würde.



Auf einer Fahrradexkursion der Kreisgruppe Emsland des BUND am 15. Juni 2019 stellten die TeilnehmerInnen fest, dass auch in Meppen viele Bäume unter versiegelten und verdichteten Böden, Wassermangel und Nährstoffarmut, Schadstoffen durch Verkehr, Streusalz, Hundekot und Hundeurin leiden. Schon von weiten erkennt man die schütteren Baumkronen.

An einigen Bäumen sind auch Verletzungen der Rinde zu finden. Diese können durch Blitzschlag, aber auch im Zuge von Baumaßnahmen, Straßenverkehr und durch unsach­gemäße Rückschnittmaßnahmen entstanden sein. Vielfach könnte den Bäumen durch Anlegen größerer Baumscheiben, mit speziellen Bodensubstraten, die eine gute Luft-, Nährstoff- und Wasserversorgung gewährleisten, und mit durchlässigem Pflaster geholfen werden.



Da der Meppener Stadtrat bisher mehrmals den Beschluss einer Baumschutzsatzung abgelehnt hat, konnte im letzten Jahr die wahrscheinlich älteste Buche Meppens gefällt werden, zumal sie auf einem Privatgrundstück stand. Auch andere große, das Stadtbild prägende Bäume wurden in den letzten Jahren beseitigt. Die Sumpfeichen in der Kanalstraße werden folgen.

Auf der Exkursion wurde auch darauf hingewiesen, dass beim Bau eines Hotels am Püntkers Patt die Lindenallee des historischen Festungswalls unbedingt erhalten werden muss. Jede Tiefbaumaßnahme in der Nähe von Bäumen sollte durch einen qualifizierten Umweltbaubegleiter überwacht werden. Dann wären zwei alte, nicht ausreichend geschützte Stieleichen an der Straße Am Haseufer durch Baumaß­nahmen nicht beschädigt worden!

Den Baumfreunden fiel auch Positives auf: So zum Beispiel die relativ große Baumscheibe mit Efeu und Wildkräutern beim Bahnhof, die Anlage einer größeren Baumscheibe bei der Eiche gegenüber der Post, die Bemühungen der Stadt um die Linde vor der Bahnhof-Apotheke und die vielen blühenden Wild-Kräuter auf den „Wallohren“.

Wie wichtig Bäume fürs Stadtklima sind, sollte angesichts des Klimawandels klar sein. Die Verantwortlichen der Stadt Meppen sollten dem Großgrün größtmögliche Priorität bei der Stadtentwicklungsplanung einräumen; andere Städte sind diesbezüglich fortschrittlicher!

Mit der Einrichtung eines Baumkatasters und mit dem Beschluss einer Baumschutzsatzung würde sich die Stadt Meppen eindeutig zu ihren Bäumen bekennen und den Bürgern die Gewissheit geben, in einer grünen Stadt am Wasser zu wohnen.

Der BUND und die Baumschutz-Aktion Meppen stehen den Verantwortlichen der Stadt Meppen jederzeit für Gespräche mit Anregungen und Informationen zur Verfügung!

Die Stadtbaum-Exkursion soll jedes Jahr wiederholt werden.


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1. Dezember 2018

Kohle stoppen – Klimaschutz jetzt!

Am Samstag, 1. Dezember, fanden zeitgleich in Köln und Berlin Demonstrationen für einen baldigen Ausstieg aus der Kohleverstromung statt. Die BUND-Kreisgruppe Emsland war in Köln dabei.



Der Hitzesommer 2018 hat gezeigt: Der Klimawandel erhöht die Zahl extremer Wetterereignisse schon heute. Immer mehr Waldbrände und Hitzewellen, lang anhaltende Dürren, Überschwemmungen und Missernten sind die Folge. Besonders verheerend sind die Folgen der Klimakrise im globalen Süden: Armut und Hunger zwingen viele Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat.

Um die Erderwärmung zu stoppen und eine Katastrophe in der Zukunft zu verhindern, müssen wir jetzt handeln – für uns und kommende Generationen. Als reiches Industrie­land muss Deutschland beim Klimaschutz vorangehen und das Pariser Abkommen konsequent umsetzen.

Weitere Forderungen der Demo-Teilnehmer:

• Verschärfung der Klimaziele,
• faire Unterstützung für die armen und am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder,
• schnelle Abschaltung von Kohlekraftwerkskapazitäten in Deutschland, so dass das Klimaziel der Bundesregierung für 2020 noch erreicht wird,
• gesetzlicher Fahrplan für den schnellen Kohleausstieg,
• sofortiger Stopp aller Pläne für neue Kohlekraftwerke, Tagebaue und Tagebau-Erweiterungen,
• zielgerichtete Unterstützung eines Strukturwandel­prozesses in den Kohle-Regionen, auch mit Blick auf die Beschäftigten.


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1. November 2018

Von der Jahreshauptversammlung
der Kreisgruppe Emsland


Im öffentlichen Teil der JHV im Kolpinghaus Meppen am
19. Oktober hielt Helmut Hechtbauer einen sehr lebendigen und anschaulichen Vortrag »Naturnahe Gärten und Grün­flächen in der Stadt – Artenreichtum durch Schaffung von Lebensräumen für Mensch und Tier«. Der Referent kommt aus der Jugendpflege und baut seit mehr als 20 Jahren außergewöhnliche naturnahe »SpielRäume«. Er ist Mitglied des Vereins Naturgarten e.V., der aus 25 Gruppen besteht und Naturgartenprofis mit Bioland-Zertifikat ausbildet.



Hermann Hüsers (Foto) leitet den städtischen Bauhof in Haren und ist leidenschaftlicher Imker. Er berichtete, wie er Krokusse, Wildtulpen und Schneeglöckchen großflächig in städtische Rasenflächen eingebracht hat und 122 Kilometer Wegerandstreifen blütenreich machen will. Dabei tauscht er sich mit den Kollegen der benachbarten Bauhöfe aus.

Frau Roes vom Team des Bauerngartens Helte informierte über das Terra-preta-Projekt. Seit zwei Jahren wird hier in Vergleichsbeeten mit Terra preta, der »schwarzen Erde aus dem Regenwald«, gegärtnert. Die Ernte hat auch in diesem Jahr eindrucksvoll gezeigt, dass die Bodenfruchtbarkeit und die Wasserspeicherfähigkeit mit dieser Erde radikal (also wörtlich: »mit der Wurzel«) verbessert werden können.
Das Projekt soll weitergeführt werden; es ist ein Tag in Werlte mit Christoph Fischer aus dem Chiemgau geplant, dazu soll es wieder Workshops in Helte und Löningen geben.


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22. Oktober 2018

Gut besuchter Apfeltag

Rund 300 Besucherinnen und Besucher kamen zum Papen­burger Apfeltag der Arbeitsgemeinschaft der Naturschutz­gruppen NABU, BSH und BUND. Eine große Zahl der Gäste in Naschkes Garten hatte Äpfel zur Begutachtung durch den Pomologen mitgebracht. Meist konnte die jeweilige Sorte schnell ermittelt werden, es gab jedoch auch Fälle, bei denen mehrere Fachbücher zu Rate gezogen werden mussten.



Ebenso umlagert war der Stand eines anderen Experten, der das Pfropfen bzw. Veredeln von Apfelbäumen erklärte.

Zu probieren gab es alte Apfelsorten wie »Kaiser Wilhelm«, »Finkenwerder Herbstprinz« oder auch »Stina Lohmann«, die es in Deutschland bereits seit dem 18. oder 19. Jahrhundert gibt. Die alten Sorten gelten als standfester und robuster und sind nachweislich gesünder.

Apfelsaft, frisch gepresst, wurde am Stand vor der Scheune zur Verkostung angeboten. Das einstimmige Urteil der Besucher: einfach lecker!

Nebenher erfuhren die Gäste, dass Streuobstwiesen einen wertvollen Lebensraum für Tiere und Pflanzen bieten und mit ihrer Arten- und Sortenvielfalt zu den Lebensräumen mit der höchsten biologischen Vielfalt in ganz Europa und Deutsch­land gehören.

Die Kinder hatten Freude an einer Reihe von Spielen rund um den Apfel. Informationen über Fledermäuse und Bienen sowie Ausstellungen zu den Themen »Landwirtschaft im Wandel« sowie »extensive Gärten« rundeten den Nachmittag ab.


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15. Oktober 2018

Nitrat-Messungen: jede fünfte
Probe zu hoch belastet!


Die BUND-Kreisgruppe Emsland beteiligt sich an der Aktion »Emsagenten«: Ehrenamtliche messen seit März 2018 die Nitrat-Werte in der Ems sowie in Bächen und Gräben, die in die Ems münden.

Mitglieder des BUND haben Wasserproben in Meppen, Haren und Lingen entnommen. Über 100 Personen im Emsland und in Ostfriesland nehmen an der Aktion teil und haben bisher über 330 Wasserproben untersucht. Jede fünfte Probe wies nach den Kriterien der Wasserrahmenrichtlinie zu hohe Nitrat-Werte auf, jede zehnte Probe war sogar »kritisch belastet« bis »stark verschmutzt«.



Im März wurden erwartungsgemäß höhere Nitrat-Werte gemessen als im August, denn im Sommer nehmen Pflanzen einen großen Teil der Nährsalze aus den Gewässern auf. Hauptursache der Nitrat-Belastung in Gewässern ist die industrielle Landwirtschaft, die enorme Mengen Gülle auf die Felder ausbringt. Die Nährsalze, die nicht von den Pflanzen oder dem Boden aufgenommen werden, gelangen über Entwässerungsgräben in Flüsse und Bäche oder sickern langsam ins Grundwasser.

Die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie werden fast überall in Niedersachsen verfehlt. Der BUND setzt sich daher mit der Kampagne »Rette unser Wasser« dafür ein, dass sich der Zustand der Flüsse und Bäche nicht weiter verschlechtert.

Weitere Informationen sind unter [ www.emsagenten.de ]
und [ www.rette-unser-wasser.de ] zu finden.

Foto © BUND, emsagenten.de


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21. Juli 2018

Besuch bei den
fliegenden Edelsteinen


Am 21. Juli traf sich die BUND-Kreisgruppe zur Libellen­exkursion mit Michael Trautnitz an der alten Dörgener Sandgrube.

Weltweit gibt es ca. 5400 Libellenarten. Bei uns gehören sie zu den größten Insekten und bezaubern durch filigrane Schönheit und schillernde Farben, die ein Spektrum von Rot, Grün, Gelb, Braun bis hin zu leuchtendem Blau aufweisen. Entgegen der verbreiteten Meinung stechen sie nicht und sind also ungefährlich zu beobachten.



Die Libellen gehören zur ältesten und am stärksten bedrohten Insektengruppe und gehen in ihren Beständen stark zurück, da ihre Lebensräume durch den Klimawandel und den Eintrag von Schadstoffen in die Umwelt immer mehr gefährdet werden. Von den ca. 80 heimischen Libellenarten Deutschlands stehen mittlerweile 48 auf der »roten Liste gefährdeter Arten«. Dazu gehört auch die sehr seltene Zwerg­libelle, die vom BUND und der Gesellschaft der deutsch­sprachigen Libellenforscher zur »Libelle des Jahres 2018« gekürt wurde.

Die Libellen gelten als wertvolle Bio-Indikatoren, die sehr sensibel auf Veränderungen ihrer Umwelt reagieren und so Auskunft über den Zustand unserer Gewässer und Feucht­gebiete geben.

Foto © BUND Emsland


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30. Juni 2018

Besuch beim Förderverein
Imme Bourtanger Moor e.V.


Hermann Hüsers und Björn Wicks informierten uns über die Entstehungsgeschichte des Vereins, in dem deutsche und niederländische Bienenfreunde zusammenarbeiten. Der Verein setzt sich für die Erhaltung und Förderung der Imkerei ein und veranstaltet regelmäßig Grundschulungen.

Wir besichtigten die Ausstellung über Bienen und Bienen­zucht im Haus sowie das Bienenmuseum, verschiedene Typen von Bienenstöcken, die Wiese und den Kräuter­garten mit „Bienenpflanzen“ im Außengelände.


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9. Juni 2018

Grenzübergreifende Anti-Atom-
Demo in Lingen


Zusammen mit zahlreichen Initiativen und Verbänden aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien beteiligte sich die BUND-KG Emsland an der Demo vor dem Kernkraftwerk Emsland und der nahegelegenen Brennelementefabrik.

Trotz des beschlossenen Atomausstiegs laufen immer noch acht Atomkraftwerke in Deutschland, davon liegen zwei bei uns in Niedersachsen. In Lingen kommt zum KKW die Brenn­elementefabrik hinzu, die auch die Bröckelreaktoren Doel und Tihange in Belgien am Laufen hält und das französische Cattenom beliefert. In vielen Reden wurde nochmal deutlich, dass die Atomenergie für den Menschen nicht beherrschbar ist, wie es die verheerenden Unfälle in Tschernobyl und Fukushima gezeigt haben.

Ein bedrückendes Bild zeichnete Frau Dr. Angelika Claußen von der europäischen Sektion der »Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges«. Sie sagte, dass es für das AKW Lingen und das AKW Grohnde keinen wirksamen Katastrophenschutz gebe und die Vorbereitungen für notwendige Evakuierungsmaßnahmen, die die Strahlen­schutzkommission in ihren neuen Richtlinien vorgegeben hat, weder vom Landkreis Emsland noch vom Landkreis Hameln/Bad Pyrmont in die Planung aufgenommen worden seien. Für Ärztinnen und Ärzte bedeute dies, dass sie im Falle einer Atomkatastrophe plötzlich alle zu »Strahlenschutz­fachleuten« werden sollten. Das sei aber in der Realität des medizinischen Alltags unmöglich, betonte Frau Dr. Claußen.



Als eindringliche Unterstützung der Forderung nach dem schnellen und endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie beteiligten sich die ca. 500 Demo-Teilnehmer abschließend am sogenannten »Die-in« und legten sich vor dem Eingangsbereich des KKW wie tot auf den Boden.


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2. Juni 2018

Nein zum Ausbau der E233!

Gemeinsam mit der Bürgerinitiative Exit233 wendet sich der BUND Emsland gegen den milliardenteuren Aus- und Neubau der E233 zwischen Meppen und Emstek. Wegen der enormen Eingriffe in die Natur fordert auch das Umweltbundesamt, das Projekt sofort zu stoppen!



Am 2. Juni fand eine Kundgebung der BI statt, die auch vom BUND Emsland vorbereitet wurde. Vorsitzende Magdalene Lübbers (auf dem Foto zweite von rechts) kritisierte in ihrer Rede die zunehmenden LKW-Transporte. Das Potential von Wasser- und Schienenwegen werde zu wenig genutzt.



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